Geschichte schreiben: John Mitchel und die große Hungersnot

Zusammenfassung

Die Idee der Großen Hungersnot entstand nicht spontan aus den Hungerjahren. Wie Patrick O’Farrell argumentiert hat, war es größtenteils die Schöpfung eines Mannes, des Journalisten und Historikers John Mitchel (1815-75).2 Als Herausgeber des United Irishman leistete Mitchel seinen eigenen leidenschaftlichen Beitrag zur nationalistischen Politik dieser Zeit, weshalb er vor Gericht gestellt, wegen Verrats verurteilt und 1848 nach Australien transportiert wurde. Nachdem er fünf Jahre in britischen Gefängnissen verbracht hatte, floh er nach Amerika, wo er im Bürgerkrieg die konföderierte Seite übernahm.3 In den 1870er Jahren kehrte er nach Irland zurück und wurde zum Abgeordneten von Tipperary gewählt, aber als verurteilter Verbrecher wurde ihm der Sitz verweigert. Mitchel wurde als der ‘Quintessenz irischen Rebellen’ beschrieben, ein Mann, der nie das Knie britische Herrschaft in Irland verbeugte.4 Sein Talent für elegante und kraftvolle Prosa bei der Befürwortung eines Bauernaufstands und der Gründung einer irischen Republik machte ihn zu einer führenden Figur auf der linken Seite der nationalistischen Bewegung seiner Zeit. Doch sein bleibender Einfluss kann auf zwei Werke zurückgeführt werden: Jail Journal oder fünf Jahre in britischen Gefängnissen (New York, 1854) und Die letzte Eroberung Irlands (Vielleicht) (New York, 1860).

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